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Geschichte der Pfalz

Kelten, Römer und Germanen

Während des 1. Jahrtausends v. Chr. war das Gebiet der heutigen Pfalz von Kelten bewohnt. Kurz vor der Zeitenwende eroberten die Römer alle linksrheinischen Gebiete und förderten die Ansiedlung von Germanen. Die Römer wurden in der Spätzeit ihrer Herrschaft um 400 durch eindringende Germanen vom Stamm der Alemannen abgelöst, diese im Verlauf eines knappen Jahrhunderts durch ebenfalls germanische Franken. In der Folgezeit gehörten weite Teile der Pfalz zu den Stammlanden der zunächst karolingischen Kaiser, bis die anfänglich personengebundenen Lehen erblich wurden. Ab 1214 wurde die Adelsfamilie der Wittelsbacher mit ihren verschiedenen Linien die bestimmende Kraft der Region.

Vom Mittelalter bis zum Ende des Reiches

Der größte Teil der späteren Pfalz gehörte bis zum Reichsdeputationshauptschluss dem Kurfürstentum Pfalz bei Rhein (Kurpfalz) an.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestanden in der Region allerdings mehrere Territorien: neben den schon genannten linksrheinisch-pfälzischen Gebieten des Pfälzer Kurfürsten waren dies vor allem das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und das Hochstift Speyer. Das Gebiet um Kirchheimbolanden unterstand dem Haus Nassau. Daneben existierten kleinere reichsgräfliche und ritterschaftliche Territorien (z.B. Leiningen und Sickingen) und nicht zuletzt die Freien Reichsstädte Speyer und Landau. Die Kurpfalz (einschließlich ihrer großen rechtsrheinischen Anteile um Mannheim, Heidelberg, Weinheim sowie im Odenwald und an der Bergstraße) wurde noch vor der Französischen Revolution mit dem späteren Königreich Bayern vereinigt, als dort die altbayerische Linie der Wittelsbacher ausstarb und 1777 Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach das Erbe in München antrat. Die Vereinigung mit dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken wurde dann 1799 vollzogen, als Karl Theodor kinderlos starb und der spätere bayerische König Maximilian alle Wittelsbachischen Territorien in Deutschland vereinte.

Franzosenzeit

Im Verlauf der französischen Revolutionskriege wurden in den 1790er Jahren die gesamten linksrheinischen Gebiete und damit auch die heutige Pfalz von französischen Truppen besetzt. Im Frieden von Lunéville (1801) wurde das linksrheinische Deutschland formal und völkerrechtlich Teil der Französischen Republik. Die pfälzischen Territorien wurden mit anderen Gebietsteilen (unter Einschluss dessen, was nach 1815 als "Rheinhessen" bezeichnet werden sollte) im neugebildeten Département Donnersberg (Mont Tonnerre) zusammengefasst und spätestens ab 1802 als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet. Die rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz dagegen gingen im Großherzogtum Baden auf.

Bayerische Zeit

Nach den Befreiungskriegen und dem Wiener Kongress (1815) kam die territorial neu umrissene (linksrheinische) Pfalz 1816 als Rheinkreis zurück an Bayern. Es handelte sich dabei um eine Entschädigung für die Gebiete rechts des Inn und die Stadt Salzburg, welche Bayern im Münchner Vertrag von 1815 an Österreich abgetreten hatte. Im Jahre 1835 verfügte der bayerische König Ludwig I., dass die Verwaltungseinheiten der mittleren Ebene nicht mehr entsprechend dem französischen Vorbild nach Flüssen, sondern nach historischen Bezugspunkten benannt werden sollten. Der "Rheinkreis" wurde daher in "Rheinpfalz" umbenannt. Die Benennung sollte an die lange Tradition wittelsbachischer Herrschaft in der Region vor 1816 erinnern und zudem eine Verwechselung mit der nordostbayerischen Oberpfalz ausschließen. Vor diesem historischen Hintergrund stand "Rheinpfalz" lange Zeit auch für das pfälzische Weinbaugebiet. Seit dem 27. August 1993 lautet die Bezeichnung für dieses Anbaugebiet ebenfalls "Pfalz".

Innerhalb des Königreichs Bayern genoss die Pfalz zunächst eine rechtliche und administrative Sonderstellung, da die bayerische Regierung wesentliche Errungenschaften der französischen Zeit beibehielt. So war in der Pfalz die Grundherrschaft aufgehoben (im rechtsrheinischen Bayern erst 1848), die Trennung von Justiz und Verwaltung bis auf die unterste Ebene der Verwaltung durchgesetzt (Trennung von Landkommissariaten und Landgerichten) und die völlige Gewerbefreiheit in Kraft. Überdies galt der Code Napoléon bis zum Erlass des BGB im Jahre 1900 als Zivilrecht der Pfalz. Als jedoch um 1830 die Sonderrechte der Pfalz immer mehr beschnitten wurden, kam es 1832 auf dem Hambacher Schloss beim damaligen Neustadt an der Haardt zu einer großen Freiheitskundgebung, die als Hambacher Fest in die Geschichte einging.

Die Herrschaft des bayerischen Königshauses wurde durch Bauprojekte wie die königliche Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben und die umfassende Restauration des Doms zu Speyer zum Ausdruck gebracht.

Folgen des Ersten Weltkrieges

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Pfalz entsprechend den Waffenstillstands- und Friedensbedingungen bis 1930 von französischen Truppen besetzt. Der Versailler Vertrag verfügte die Abtrennung westlicher Gebiete der Pfalz, die dem neu gebildeten Saargebiet zugeordnet wurden, das seinerseits unter Verwaltung des Völkerbundes gestellt wurde. Diese Gebietsteile bilden im heutigen Saarland den Saarpfalz-Kreis. Während der französischen Besetzung kam es in der Pfalz zwischen dem 6. November 1923 (Aufstände in Kaiserslautern, Neustadt und Landau) und dem 12. Februar 1924 (Sturm auf das Bezirksamt in Pirmasens) zu separatistischen Bewegungen. Sie gipfelten in der Ausrufung der Autonomen Pfalz durch Heinz Orbis, scheiterten aber rasch.

Folgen des Zweiten Weltkrieges

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Pfalz Teil der französischen Besatzungszone und ging dann nach Verordnung Nr. 57 des französischen Oberkommandos im 1947 neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf, das neben der Pfalz noch den früher zu Hessen gehörigen Teil Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) und das früher zur preußischen Rheinprovinz gehörige moselfränkische Rheinland (mit den Mittelgebirgen Hunsrück, Eifel und Westerwald) umfasst.

Neuere Entwicklung

Ein Volksbegehren im Jahre 1956 für eine Rückgliederung nach Bayern fand nicht die notwendige Unterstützung in der Bevölkerung. Seit dem Staatsvertrag zur Verbandsgründung einer länderübergreifenden europäischen Metropolregion vom 28. April 2005 zwischen Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg versucht man von Seiten der Wirtschaft und auch der Politik, den gesellschaftlich und wirtschaftlich zusammengehörenden Raum von Pfalz und Kurpfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar wieder enger zusammenzufassen.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pfalz (Region) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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