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Westwall-Wanderweg im Bienwald

Schaidt - Turko-Gräber - Jakobshäuschen - Weißes Kreuz - Hirschbrunnen - Saustegweiher - Bildeiche - Schaidt

Westwall

Der Westwall (auch Siegfriedslinie genannt) war rund 630 km lang und verlief von Kleve bis nach Weil am Rhein. Er bestand aus über 18.000 Bunkern und Stollen sowie ungezählten Gräben und Panzersperren. Adolf Hitler ließ die An­lage ab 1936 planen und von Mitte 1938 bis Anfang 1940 innerhalb kürzester Zeit erbauen. Er sollte als Schutz der deutschen Westgrenze und als Gegenstück der bereits bestehenden Maginot-Linie auf französischer Seite dienen.

Wegbeschreibung

Turko-Gräber
Turko-Gräber
Bunker am Wegrand
Bunker am Wegrand

Wir beginnen die Wanderung am Bahnhof von Schaidt. Hier steht eine Informationstafel zum Westwall-Wanderweg. Es geht mit der weißen Scheibe rechts in die Vollmerswei­lerer Straße und geradeaus in die Ringgasse bis zum Waldrand. Wir biegen rechts ab, verlassen den Ort und folgen dem Feldweg. Bald darauf sehen wir links einen Hügel, der die Reste des ehemaligen B-Werks "Kiefernwald" beherbergt (0:20).

Kurz vor einer Kurve biegen wir links ab. Es geht am Panzergraben vorbei. Nach der Kur­ve wandern wir geradeaus den Pfad und gelangen auf den Mundatweg. An einer Kreu­zung sehen wir rechts die Turko-Gräber (0:35).

Turko-Gräber

Die Turkos waren Angehörige von Kolonialtruppen aus Nordafrika, die von den Fran­zosen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 eingesetzt wurde. Fünf Turko-Sol­daten erlagen in den ersten Kriegswochen in Schaidt ihren schweren Verletzungen und wurden hier im Bienwald beigesetzt.

Wir folgen weiter dem Mundatweg, passieren einige Grenzsteine und erreichen die Reste eines Bunkers auf der Westwall-Bunkerlinie HKL, auch Siegfriedslinie genannt (0:45).

Kurz nach dem Bunker geht es rechts auf den Pfad und am Mundatgraben entlang. Wir passieren die Trichter des West­wall-Minengürtels und folgen weiter dem Fahrweg. Es geht über einen Asphaltweg auf den Heilbachpfad. Wir gelangen auf einen Forstweg und sehen vor uns das Jakobshäuschen (1:10).

Es geht hier mit der weißen Scheibe rechts in die Oberdörferallee, an deren Ende wir uns nach links in die Kapuziner­allee wenden. Bald darauf geht es rechts auf die Kreisstraße zum Weißen Kreuz (1:45).

Weißes Kreuz

Das Weiße Kreuz erinnert an eine Begebenheit aus dem Jahre 1838. An diesem Ort wurde der Förster Johann Al­wens von Wilderern überfallen, die ihn an einer Eiche aufhängen wollten. Durch sein Flehen ließen sie ihn jedoch wieder frei. Er schnitt daraufhin ein Kreuz in die Rinde der Eiche. Sein Nachfolger errichtete aus dem Stamm 1846 das Weiße Kreuz, das inzwischen vier Mal erneuert wurde.

Wir biegen links auf den Forstweg ein ("Naturfreundehaus Kandel") und wenden uns an der Kreuzung nach links. Kurz darauf geht es rechts auf den Pfad am Graben entlang. Wir erreichen nach einer Weile einen Fahrweg; rechts geht es zum Hirschbrunnen, wir biegen jedoch links auf den Lauterburger Weg ein (2:15).

Weißes Kreuz
Weißes Kreuz
Wanderweg am Aschbach
Wanderweg am Aschbach
Bildeiche
Bildeiche

Nach etwa 40 Minuten gelangen wir zu einer Kreuzung und folgen der weißen Scheibe links in den Saustegweg zum idyllischen Saustegweiher, der 1990 als Feuerlöschteich angelegt wurde (3:20).

An der darauffolgenden Kreuzung bietet sich ein Abstecher zur Bismarckeiche, einem ca. 350 Jahre alten Baum, an. Wir folgen jedoch unserer Markierung nach rechts in die Schlagallee. Es geht wieder an der Hauptkampflinie mit den Über­resten eines weiteren Bunkers vorbei. Wir folgen weiter dem Fahrweg, passieren den Ein-Mann-Bunker und gelangen zur Bildeiche (4:00).

Bildeiche

Anfang des 19. Jahrhunderst wurde von einem Auswanderer aus Schaidt als Bitte um Schutz für eine glückliche Überfahrt nach Amerika eine Pietà geschnitzt. Dieses Bild fand seinen Platz in einer hohlen Eiche, in der es über 150 Jahre lang stand. Nach dem Zerfall des Baumes wurde 1975 ein Eichenstamm mit Nische aufgestellt.

Es geht hier links auf den Weg an der Straße entlang. Kurz darauf biegen wir links auf den Forstweg, rechts auf den Pfad und laufen an den Tennisplätzen vorbei. Wir wenden uns links auf den Pflasterweg und nach dem Gebäude rechts. Es geht am Sportplatz vorbei. Am Ortseingang wandern wir links auf den Weg. Es geht rechts in die Ringgasse nach Schaidt hinein und geradeaus auf die Vollmersweilerer Straße zum Bahnhof (4:20).

Variante

Die hier beschriebene Wanderung folgt dem großen Westwall-Wanderweg. Die Strecke kann auf etwa die Hälfte abge­kürzt werden, indem man dem kleinen Westwall-Wanderweg folgt. Hierzu folgt man ab dem Jakobshäuschen der roten Scheibe bis zur Bismarckeiche.

Weitere Informationen

Anfahrt

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Schaidt liegt an der Bahnstrecke von Neustadt/Weinstraße über Winden nach Wissembourg.

Mit dem Auto: Parkmöglichkeit am Bahnhof in Schaidt oder am Sportplatz.

Einkehren

Einkehr ist nur in Schaidt möglich.


Wanderkarte

Die Erlebnisregion Südpfalz – 1:40.000
Pietruska Verlag & Geo-Datenbanken GmbH
ISBN 978-3-934895-56-0

Die Wanderung wurde am 15. September 2008 aktualisiert.