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Humbergturm

49° 24' 54" N, 7° 46' 48" O/ 424 m über NN

DD,dddd°(WGS84)
49.41502° N, 7.77987° O
DD° MM,mmm'(WGS84)
49° 24.901' N, 7° 46.792' O
DD° MM' SS"(WGS84)
49° 24' 54" N, 7° 46' 48" O
UTM(WGS84)
32U 411501 5474309

Idee

Der Gedanke, einen Aussichtsturm auf dem Großen Humberg bei Kaiserslautern („uff dem hohen Berge”) zu errichten, wurde erstmals in der Pfälzischen Volkszeitung vom 6. Juli 1870 kommuniziert. Doch es dauerte noch viele Jahre, bis 1896 einige Bürger die Initiative ergriffen und den Humberg-Verein gründeten. Zum 1. Vorstand wurde Bezirksoffizier Major Karl Mottes berufen, der bereits beim Madenburg-Verein in Landau tätig war.

Entwurf

Bereits ein Jahr später, im März 1897, wurde der erste Entwurf von dem damaligen Kaiserslauterer Bauamtmann Ludwig Ritter von Stempel dem Vereinsausschuss präsentiert; dieser wurde als „vorzüglich und allgemeinen Anklang findend” aufgenommen. Ein weiteres Jahr später lagen die fertigen Pläne und die Kostenkalkulation vor. Der Sandsteinquaderturm sollte 38 Meter hoch sein und mit neuromanischen Anklängen versehen werden. Verkleidet wurde das Bruchsteinmauerwerk mit Quadern. Zwei beidseitig umlaufende Freitreppen mit jeweils 33 Stufen beleben dabei den achteckigen Turmsockel. Im Innern des Turms führt eine steinerne Wendeltreppe auf 130 Stufen zur Aussichtsplattform in 28 Metern Höhe. Auf dieser befindet sich ein zweigeschossiger, zehn Meter hoher hölzerner Aufbau.

Bau

Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Veranstaltungen wurde die Finanzierung des Vorhabens gesichert. Die Grundsteinlegung des Aussichtsturms erfolgte im Frühjahr 1899. Doch als das Bauwerk bereits auf etwa zwölf Meter angewachsen war, stürzte dieses am 3. Mai 1899 in sich zusammen. Vermutlich trug mangelnde Ausführung, wie schlechter Mörtel, zu diesem Unglück bei. Mit einer neuen Bauleitung begann der Wiederaufbau am 5. Juli 1899. Nach 14 Monaten Bauzeit erfolgte am 2. September 1900 die feierliche Einweihung des Humbergturms, bei der das 23. Bayerische Infanterie-Regiment für die musikalische Unterhaltung sorgte. Der Kostenrahmen wurde haargenau eingehalten, waren doch 20.000 Mark eingeplant und insgesamt 19.881,02 Mark ausgegeben. Nach der Auflösung des schuldenfreien Humberg-Vereins im März 1909 gingen der Turm und das Vereinsvermögen in das Eigentum der Stadt Kaiserslautern über.

Kriegszeiten

In den beiden Weltkriegen wurde die exponierte Lage über der Stadt Kaiserslautern genutzt: Im Ersten Weltkrieg waren Luftbeobachter stationiert, im Zweiten Weltkrieg wurde eine Einheit der Luftnachrichtentruppe auf dem Großen Humberg stationiert. Während dieser Zeit verlor der Turm seinen zweigeschossigen Aufbau, um ein drehbares Geschütz aufzubauen.

Das Bauwerk überstand die Kriege größtenteils ohne Schaden, im Frühjahr 1950 wurde er renoviert. Auf der Aussichtsplattform wurde ein neuer Aufbau mit Dach in vereinfachter Form errichtet, seitdem ist er nur noch knapp 36 Meter hoch.

Jubiläum

Der 100. Geburtstag des Humbergturms wurde im September mit einem großen Fest gefeiert. Kurz darauf entstand die Idee eines Vereins für den Erhalt des Turms. Am 14. Februar 2001 war es schließlich soweit und der Humbergturm-Verein Kaiserslautern wurde aus der Taufe gehoben. Durch Holzeinschlag ist seit 2006 der Aussichtsturm von der Stadt aus wieder deutlich zu erkennen.

Aussicht

Von der Aussichtsplattform schweift der Blick über Kaiserslautern, den Pfälzerwald, das Nordpfälzer Bergland und dem Donnersberg, bei guter Sicht auch bis zum Großen Feldberg im Taunus.

Humbergturm
Humbergturm
Blick vom Humbergturm auf Kaiserslautern
Blick vom Humbergturm auf Kaiserslautern
Entwurf des Humbergturms
Entwurf des Humbergturms

Wandervorschlag

Video

Quelle: Ulrich Barrot